Brückenneubau in Mittelherwigsdorf: Zukunft der Bahnstrecke mitdenken

Die Bahnstrecke Zittau–Dresden ist eine wichtige Mobilitätsachse für unseren Landkreis. Sie verbindet einen Teil der Oberlausitz mit Dresden und ist für viele Menschen eine zentrale Verbindung im Alltag – für Ausbildung, Arbeit, Besuche, Termine und Freizeit.

Deshalb haben wir als Kreistagsfraktion Bündnisgrüne/KJiK/SPD beim Landkreis nachgefragt, ob beim geplanten Brückenersatzneubau in Mittelherwigsdorf über diese Bahnstrecke eine mögliche spätere Elektrifizierung mitgedacht wird. Für uns ist klar: Wenn heute Infrastruktur erneuert wird, muss sie so geplant werden, dass sie auch morgen noch passt.

Die Antwort der Landkreisverwaltung zeigt: Eine mögliche Elektrifizierung wurde im Zuge der Planung berücksichtigt und mit der Deutschen Bahn besprochen. Nach Auskunft der Verwaltung wäre bereits bei der alten Brücke die Durchfahrtshöhe und -breite ausreichend gewesen, um eine Elektrifizierung baulich nachzurüsten. Die neue Brücke wird im Querschnitt 1:1 als Ersatzneubau errichtet.

Gleichzeitig teilt die Verwaltung mit, dass die Deutsche Bahn derzeit keine Planungen zur Elektrifizierung dieses Streckenabschnitts verfolgt. Auch eine Finanzierungspflicht oder ein Zuschuss der Bahn ergibt sich nach Einschätzung der Verwaltung daraus nicht. Die Kosten für den Ersatzneubau verbleiben damit beim Landkreis als Baulastträger der Straße.

Wir begrüßen, dass die Frage einer späteren Elektrifizierung in der Planung geprüft wurde. Denn gerade bei langlebiger Infrastruktur ist es wichtig, zukünftige Entwicklungen nicht zu verbauen. Brücken, Straßen und Bahnstrecken prägen Mobilität über Jahrzehnte. Was heute gebaut wird, muss deshalb auch künftige Anforderungen an klimafreundliche, leistungsfähige und verlässliche Mobilität ermöglichen.

Aus unserer Sicht bleibt die Elektrifizierung wichtiger Bahnverbindungen im Landkreis ein Ziel, das weiter politisch verfolgt werden muss. Auch wenn es aktuell keine konkreten Planungen der Deutschen Bahn gibt, sollte der Landkreis bei allen eigenen Vorhaben darauf achten, dass Chancen für eine moderne Schieneninfrastruktur erhalten bleiben.

Unser Anliegen ist: Die Oberlausitz braucht gute Bahnverbindungen, verlässliche Infrastruktur und Planung mit Weitblick. Deshalb werden wir weiter nachfragen, wo Zukunftsfähigkeit bei Bauprojekten im Landkreis mitgedacht werden muss.

Anhänge: 

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(Quelle: Kreistagsfraktion BÜNDNISGRÜNE-KJiK-SPD, 29.4.2026)

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