Geburtsklinik in Kamenz schließt: Sterben der Kreißsäle in der Oberlausitz muss gestoppt werden

Hier geht´s zur Petition.

Erneut schließt in Sachsen eine Geburtsklinik. Das Krankenhaus St. Johannes in Kamenz hatte noch im März öffentlich eine Schließung dementiert. Ende Mai 2026 sollen nun trotzdem im Kreißsaal die Lichter ausgehen – begründet mit sinkenden Geburtenzahlen, strengeren Qualitätsvorgaben und dem wirtschaftlichen Druck durch die Krankenhausreform. 

Franziska Schubert, Oberlausitzer Abgeordnete und Fraktionsvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, macht deutlich:

Erneut verliert die Oberlausitz eine Geburtsklinik: das muss endlich gestoppt werden! Es ist ein Armutszeugnis für die Gesundheitspolitik im Freistaat. Es ist dringend erforderlich, dass das Sächsische Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt sich vor Ort mit Krankenhäusern, Hebammen und Fachärztinnen an einen Tisch setzt. Die Versorgung von Schwangeren vor, während und nach der Geburt muss sichergestellt sein. Wir brauchen eine verlässliche und wohnortnahe Versorgung.

Das Zeichen, das eine Schließung eines Kreißsaales sendet, ist verheerend. Familien und insbesondere Frauen brauchen Sicherheit in einer so sensiblen Phase – keine Ungewissheit, keine langen Wege, keine leeren Zusagen, zuverlässige Hilfe im Notfall. Wer Geburtshilfe im ländlichen Raum abbaut, treibt Familien aus der Region. Diese Region verliert ohnehin schon zu viele Frauen.

Die Wahlfreiheit der Frauen, die wohnortnahe Betreuung, Begleitung und insbesondere bei Notfällen bei Schwangerschaft, Geburten und Fehlgeburten – all das kommt immer mehr unter die Räder. Dass das mit wirtschaftlichen Aspekten begründet wird, ist bitter. Es geht erneut zulasten der Frauen und auch der Hebammen.

Ich unterstütze die Petition gegen die Schließung der Geburtsklinik – und fordere ein Ende des Sterbens der Kreißsäle im ländlichen Raum.

(Quelle: Franziska Schubert, Oberlausitzer Abgeordnete im Sächsischen Landtag, 24.04.2026)

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