Lücken bei Schulpsychologie/Kinder- und Jugendpsychiatrie – BÜNDNISGRÜNE schlagen Maßnahmen für bessere Versorgung junger Menschen vor 29. November 202529. November 2025 Dresden. Der Freistaat verfehlt bei der schulpsychologischen Betreuung deutlich die Empfehlungen der Fachverbände: In Sachsen ist eine Schulpsychologin bzw. ein Schulpsychologe für 5.000 Schülerinnen und Schüler verantwortlich. Das zeigt eine Kleine Anfrage des BÜNDNISGRÜNEN-Abgeordneten Thomas Löser (Drs 8/4532). Bei der ebenfalls überlasteten Kinder- und Jugendpsychiatrie fehlt der Staatsregierung zudem gänzlich der Überblick (Drs 8/4540).Christin Melcher, sozial- und bildungspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, kritisiert deshalb:„Während die mentale Belastung junger Menschen immer weiter steigt, sind die zentralen Unterstützungsstrukturen vollkommen überlastet. Besonders deutlich wird der strukturelle Mangel in der Schulpsychologie. Der Freistaat beschäftigt landesweit nur 77,8 Vollzeitäquivalente für rund 450.000 Schülerinnen und Schüler. Das entspricht etwa einer Schulpsychologin oder einem Schulpsychologen für 5.000 Kinder und Jugendliche. Fachverbände empfehlen eine Relation von 1 zu 1.000. Mit so wenig Personal sind weder effektive Prävention noch Krisenbegleitung realistisch leistbar. Die Schülervertretungen in Bund und Land schlagen deshalb bereits Alarm. Denn die Staatsregierung lässt die Schulen, Lehrkräfte und Schulsozialarbeit mit den Herausforderung weitgehend allein im Regen stehen.“Thomas Löser, gesundheitspolitischer Sprecher der BÜNDNISGRÜNEN-Fraktion, ergänzt:„Noch gravierender ist die Lage in der Kinder- und Jugendpsychatrie: Hier liegen der Staatsregierung nicht einmal Daten über verfügbare Plätze, Wartezeiten auf Diagnostik oder Therapie und unbesetzte Stellen vor. So wird eine bedarfsorientierte Steuerung vollkommen unmöglich. Während Betroffene monatelang auf Hilfe warten, verweist das Ministerium auf die Krankenhäuser und Kassenärztliche Vereinigung. Damit entziehen sich CDU und SPD ihrer politischen Verantwortung und lassen gerade jene junge Menschen im Stich, die dringend Hilfe brauchen.“Wir BÜNDNISGRÜNE fordern deshalb: Landesstrategie „Mentale Gesundheit für junge Menschen“ mit verbindlichen Zielen, Mindeststandards, Qualitätsrahmen und konsequenter Beteiligung junger Menschen und des Landesschüler*innenrats. Sofortprogramm für die Kinder und Jugendpsychiatrie mit zusätzlichen Mitteln für Personalgewinnung und zusätzlichen Plätzen in Tageskliniken für Kinder und Jugendliche, damit junge Menschen nicht zwischen stationär und ambulant „durchrutschen“. Ausbau der Schulpsychologie auf mindestens 150 Vollzeitäquivalente mit langfristiger Annäherung an den empfohlenen Richtwert von 1 zu 1.000. Mehr Anlaufstellen für besonders belastete Familien und vulnerable Kinder und Jugendliche, etwa Kinder psychisch oder suchtkranker Eltern oder junge Menschen ohne wohnortnahe Hilfen. Mehr Multiprofessionelle Teams an Schulen und ein verbindliches Kooperationskonzept zwischen Schule, Jugendhilfe und Gesundheitswesen für eine schnelle Krisenintervention. Regelmäßiges Monitoring zur psychischen Gesundheit junger Menschen und zur Versorgungslage: Denn nur mit verlässlichen Daten zu Wartezeiten, verfügbaren Plätzen, regionalen Unterschieden und tatsächlicher Reichweite der Angebote können Versorgungslücken geschlossen werden. Weitere Informationen:>> Antwort auf die Kleine Anfrage des BÜNDNISGRÜNEN-Abgeordneten Thomas Löser: „Prävention und Unterstützung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Sachsen“ (Drs 8/4532)>> Antwort auf die Kleine Anfrage des BÜNDNISGRÜNEN-Abgeordneten Thomas Löser: „Versorgungslage in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Sachsen“ (Drs 8/4540) (Quelle: BÜNDNISGRÜNE Fraktion im Sächsischen Landtag, 26.11.2025)
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